Archiv der Kategorie: Denkanstöße

Unser Herr und Gott hat jedes Recht angebetet zu werden. Nicht erst wenn wir ihn in seiner Herrlichkeit sehen, sondern heute und jeden Tag!

1. Korinther 8,11
… der Bruder, um dessentwillen Christus gestorben ist.

Der Bruder, die Schwester: manchmal über­sehen oder übergangen, vielleicht in der Masse untertauchend, öfter in der letzten Reihe stehend, hin und wieder scheinbar weniger wertvoll als andere! – Hier aber bekommt jeder Bruder, jede Schwester ihre Wichtigkeit, ihre Würde; hier werden sie geadelt und ausgezeichnet!

Stellen wir uns eine Balkenwaage vor: Auf der einen Seite sehen wir den Bruder; auf der anderen Seite lesen wir „um dessentwillen Christus gestorben ist“. Wie wertvoll, wie bedeutend ist der Bruder: Christus ist für ihn gestorben! Was für eine Wertschätzung und Hochachtung liegt in diesen Worten! Wenn der Bruder so geehrt und ausgezeichnet ist – wird sich das nicht auf mein ­Verhältnis zu ihm auswirken? Wird das nicht meinen Blick, meine Einschätzung und Achtung für ihn ändern? – Christus ist für ihn gestorben! Wenn mein Herr für meinen Bruder so viel bezahlt hat, wer bin ich dann, dass ich ihn übersehe oder herab­setzend behandle?

Der Bruder ist im Zusammenhang dieses Bibel­wortes der Schwache, der Sensible, der Angreifbare, der Verletzliche, der, der im Glauben noch nicht so fest und tief gegründet ist. Dürfen wir dabei aber nicht auch an die schwachen und verletzlichen Seiten von einem jeden von uns denken? Sind wir bei dem einen oder anderen Thema nicht auch empfindlich, angreifbar, eben nicht so stark? Wollen wir deshalb nicht lernen, rücksichtsvoller und feinfühliger miteinander umzugehen in dem Wissen: Der mir gegenübersteht, ist mein Bruder, ist meine Schwester, um dessentwillen oder derentwillen Christus gestorben ist? Wenn ich meinen Bruder, meine Schwester in diesem Wert sehe – dann sehe ich Christus in ihnen!

Aus dem Kalender ‚Der Herr ist nahe‘ vom 15.11.2016

Aus dem Kalender ‚Der Herr ist nahe‘ vom 29.10.2016

Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

1. Johannes 5,13

Mit diesem Wort weist der Apostel Johannes auf den Hauptzweck seines Briefes hin. Adressiert war er an solche, die „an den Namen des Sohnes Gottes glaubten“, also an Gläubige, an wiedergeborene Christen. Er schrieb ihnen, um sie in ihrem Glauben zu stärken und zu befestigen.
Damit ihr es wisst… weiterlesen

Ein Platz an der Sonne

Bei einem Gartenbau-Wettbewerb hatte ein junges Mädchen den Preis für den schönsten Rosenstrauch gewonnen. Zu aller Erstaunen kam sie nicht vom Land, sondern aus der Großstadt. Eine interessierte Nachbarin erfuhr von der Auszeichnung und fragte sie nach ihrem Geheimnis.

„Wissen Sie“, sagte das Mädchen, „ich habe drei Fenster in meinem Zimmer. Morgens stelle ich meinen Rosenstrauch vor das Fenster, in das die ersten Sonnenstrahlen fallen. Ein paar Stunden später trage ich ihn zum mittleren Fenster. Und am Abend steht mein Strauch im dritten Fenster, Richtung Westen. So sorge ich dafür, dass meine Rosen den ganzen Tag über Sonne haben.“ Klar – Rosen benötigen vor allem Sonnenschein, wenn sie gut gedeihen sollen. Und dafür sorgte die junge Preisträgerin.

Ist das nicht eine treffende Illustration unseres Tagesverses? Wer geistlich wachsen und als Christ glücklich leben möchte, muss sich von der Quelle des Lichts und des Lebens „anstrahlen“ lassen. Das „wahrhaftige Licht“ ist der Sohn Gottes, der auf die Erde gekommen ist und die Liebe Gottes völlig offenbart hat (Johannes 1,9). Diesem „Sonnenlicht“ müssen wir uns aussetzen und täglich seine Nähe aufsuchen – morgens, mittags, abends – und anhand der Bibel lernen, wie unfassbar groß die Liebe Christi zu uns ist: „Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt“ (Johannes 15,9). „Schattige Plätze“, wo dieses Licht nicht hinkommt, zum Beispiel Trübsinn und Zweifel oder auch welt­liches Vergnügen, sollten wir unbedingt meiden. Unsere geistliche Gesundheit hängt direkt davon ab, inwieweit wir uns den Strahlen und der Wärme der göttlichen Liebe aussetzen.

Erhaltet euch selbst in der Liebe Gottes.
Judas 21

Aus dem Kalender ‚Der Herr ist nahe‘ (CSV-Verlag) vom 25.08.2016

„Und eure Kraft wird sich umsonst verbrauchen.“
Die Bibel – 3. Mose 26,20

Wettbewerb im Sandburgenbau in Kanada! In nur vier Stunden verwandelten zweihundert Teilnehmer den Strand in eine abenteuerliche Landschaft aus fantastischen Skulpturen und Bauwerken. Der erste Preis ging an ein Märchenschloss, das auf Wolken thronte. Und das Interesse war groß: Hunderttausend Menschen kamen, um die Meisterwerke zu bewundern.

Es wurde Nacht und die Flut kam. Am nächsten Morgen ging die Sonne über einem Strand auf, der außer ein paar Seemöwen nichts mehr zu bieten hatte. Nur Wasser, Wellen und Sand. Von der ganzen Begeisterung des Vortags, von aller hektischen Aktivität des Wettkampfs war nichts mehr zu sehen. Und auch das Mär­chen­schloss war verschwunden!

Die Burgen konnte man nur während der Ebbe bauen – dann kam die Flut! Die Teilnehmer hatten ihre Pläne, ihre Kraft und ihre Anstrengung in die Bauwerke gesteckt. Dann mussten sie fest­stellen: Eigentlich haben wir unsere Kraft umsonst verbraucht. Die Lebens­dauer der Objekte betrug nur wenige Stunden.

Auch im übertragenen Sinn bauen viele Menschen gewaltige Bauwerke aus Sand! Geld, Ener­gie, Hoffnungen und Träume werden in flüchtige „Sandburgen“ gesteckt! Diese leben ein wenig länger, aber auch sie kommen zu Ende. – Die Bibel sagt uns, dass alles Sichtbare nur zeitlich ist, also nur vorübergehend existiert. Demgegenüber ist das, was Gott uns verheißt, nicht für das natür­liche Auge sichtbar, sondern nur für den Glauben. Doch alles, was von Gott kommt, hat für ewig Bestand; es wird von keiner Flut weggespült! (Vgl. 2. Korinther 4,18; 5,1.)

Unser Blick geht von einem kurzzeitigen Kunstwerk aus Sand zu einem ewigen Bau von Gott und zu der Beständigkeit und Sicherheit, die der Glaube an Christus uns gibt.

Aus Folge mir nach – Heft 2/2016

Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auch auferweckt worden, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.
Die Bibel – Römer 8,34

O Haupt, voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn!
O Haupt, zum Spott umbunden
mit einer Dornenkron!
Was hast Du, Herr, verschuldet,
was legt man Dir zur Last,
dass Du das Kreuz erduldet,
den Tod erlitten hast?

Du musstest es empfinden,
wie Gottes Zorn so schwer
für uns und unsre Sünden,
so viel wie Sand am Meer.
Du tratst an unsre Stelle
aus freier Lieb und Huld,
gabst Deine eigne Seele
für unsre Sünd und Schuld.

Du, Jesu, hast vollendet,
was Dir der Vater gab;
Dein Leiden ist beendet,
und leer das offne Grab.
Du hast uns ganz versöhnet
mit Gott in Ewigkeit,
und Er hat Dich gekrönet
mit Ehr und Herrlichkeit.

»Strophe 1: Paul Gerhardt (1607-1676)«
»Strophe 2-3: Jacques Erné (1825-1883)«

Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg.
Matthäus 13,25

Weizen

Es war auf einer Messe in Holland. Als Blickfang für seinen Bibelstand hatte der Aussteller an einer Wand 13 Säckchen mit Samen verschie-dener Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden, aufgehängt. Diese Schaustücke fanden das lebhafte Interesse zweier Geistlicher, die an ihrer Tracht als Ordensbrüder zu erkennen waren. In ihrer Bibel suchten sie die zu den Samen angeführten Stellen auf.

Beim letzten Säckchen mit der Aufschrift „Lolch“ stutzten sie jedoch, da sie diesen Ausdruck nicht in dem angegebenen Bibelvers fanden. So fragten sie den Standinhaber, der ihnen erklärte, dass dieses Wort mit „Unkraut“ übersetzt worden sei, weil den meisten Bibellesern der Begriff „Lolch“ unbekannt sei.

Bald entwickelte sich ein „Fachgespräch“ über die Bedeutung des Gleichnisses vom Unkraut im Acker (Matthäus 13,24ff.). Man war sich klar, dass Lolch ein dem Weizen täuschend ähnliches Unkraut ist, das im biblischen Gleichnis die „unechten“ Christen darstellt.

Schließlich bemerkte einer der geistlichen Herren seinem Amtsbruder gegenüber: „Da steckt eine gute Predigt für den nächsten Sonntag drin!“ Da mischte sich der Aussteller ein: „Sicher – dazu müsste man allerdings zunächst seinen eigenen Standort anhand dieses Gleichnisses bestimmt haben.“

„Wie meinen Sie das?“, fragte der andere verwundert. Darauf der Aussteller: „Ich nehme an, Sie gehören der gleichen Kirche und auch dem gleichen geistlichen Orden an. Äußerlich unterscheiden Sie sich in nichts. Und doch könnte es sein, dass vielleicht einer von Ihnen zum „Weizen“ und der andere zum „Lolch“ gehört. Gott allein weiß es!“

Eine kurze Pause entstand; dann erklärte der Erste mit Überzeugung: „Ich gehöre zum Weizen!“ – „Worauf gründen Sie diese Zuversicht?“, fragte der Mann vom Bibelstand. Ist es, weil Sie einer bestimmten Kirche angehören?“ Der andere schüttelte den Kopf. „Oder weil Sie Theologe sind?“ Nochmals Kopfschütteln.

Und dann kam es freudig über seine Lippen: „Ich weiß, dass ich durch den Kreuzesverdienst meines Heilandes Jesus Christus das ewige Leben erben werde. Sein Blut floss zur Sühnung für meine Schuld. Ich habe Ihm mein Herz und Leben gegeben, und der Apostel Johannes hat geschrieben: ‚So viele ihn aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden.'“ Der Bibelverkäufer entgegnete bewegt: „Dann sind wir Brüder, denn eine andere Glaubensgrundlage habe ich auch nicht!“

Da trat auch der zweite Geistliche hinzu und erklärte: „Und das ist auch das Fundament, auf dem ich am Ende meines Lebens in Frieden die Augen schließen kann.“ Die Augen der drei wurden feucht, weil sie sich inmitten des Trubels Tausender von Messebesuchern als Kinder Gottes erkannt hatten. So war es ganz natürlich für sie, das sie sich mit gemeinsamen Gebet voneinander verabschiedeten. Sie waren durch dieselbe Beziehung zu ihrem himmlischen Vater miteinander verbunden.

Quelle: Folge mir nach (Heft 02.2015)