1. Korinther 8,11
… der Bruder, um dessentwillen Christus gestorben ist.

Der Bruder, die Schwester: manchmal über­sehen oder übergangen, vielleicht in der Masse untertauchend, öfter in der letzten Reihe stehend, hin und wieder scheinbar weniger wertvoll als andere! – Hier aber bekommt jeder Bruder, jede Schwester ihre Wichtigkeit, ihre Würde; hier werden sie geadelt und ausgezeichnet!

Stellen wir uns eine Balkenwaage vor: Auf der einen Seite sehen wir den Bruder; auf der anderen Seite lesen wir „um dessentwillen Christus gestorben ist“. Wie wertvoll, wie bedeutend ist der Bruder: Christus ist für ihn gestorben! Was für eine Wertschätzung und Hochachtung liegt in diesen Worten! Wenn der Bruder so geehrt und ausgezeichnet ist – wird sich das nicht auf mein ­Verhältnis zu ihm auswirken? Wird das nicht meinen Blick, meine Einschätzung und Achtung für ihn ändern? – Christus ist für ihn gestorben! Wenn mein Herr für meinen Bruder so viel bezahlt hat, wer bin ich dann, dass ich ihn übersehe oder herab­setzend behandle?

Der Bruder ist im Zusammenhang dieses Bibel­wortes der Schwache, der Sensible, der Angreifbare, der Verletzliche, der, der im Glauben noch nicht so fest und tief gegründet ist. Dürfen wir dabei aber nicht auch an die schwachen und verletzlichen Seiten von einem jeden von uns denken? Sind wir bei dem einen oder anderen Thema nicht auch empfindlich, angreifbar, eben nicht so stark? Wollen wir deshalb nicht lernen, rücksichtsvoller und feinfühliger miteinander umzugehen in dem Wissen: Der mir gegenübersteht, ist mein Bruder, ist meine Schwester, um dessentwillen oder derentwillen Christus gestorben ist? Wenn ich meinen Bruder, meine Schwester in diesem Wert sehe – dann sehe ich Christus in ihnen!

Aus dem Kalender ‚Der Herr ist nahe‘ vom 15.11.2016